36. Beitrag

WARUM EXPLODIEREN DIE IMMOBILIENPREISE?

Am Beispiel der Kaisergärten lässt sich das exemplarisch recht gut erklären.

1. Schritt
Die „Objekt Wandlitz 22 GmbH“ erwirbt 2015 das Grundstück günstig von der Bahn und beauftragt das Architekturbüro Kottmair mit der Planung für eine möglichst effiziente Bebauung. Mit Formulierungen wie „verträgliche Arrodierung“, „städtebaulicher Abschluss“ und „lärmrobuste Struktur“ soll der Eindruck erweckt werden, dass der Architekt dabei verantwortungsvoll auf die sensible Situation des Prinzenviertels eingegangen ist und die politisch Verantwortlichen loben, dass wieder viel gegen die Wohnungsnot getan wurde. Dazu passt, dass eine willfährige Behörde auch 250% Bebauung für vertretbar hält.
Lediglich das Bebauungsplanverfahren ist noch eine (lästige) Pflicht, aber normalerweise reine Formsache, da die Bürger (und leider auch die BVV-Mitglieder) diese komplexen Unterlagen nicht wirklich durchschauen. Wenn der B-Plan durch die BVV festgesetzt ist, besteht Baurecht und das Grundstück hat enorm an Wert gewonnen.

2. Schritt
Noch als 2016 der Runde Tisch tagte, war das ganze Projekt (Grundstück, Architektenplanung etc.) bereits an den Bauträger „Ten Brinke Group“ -vorbehaltlich der Baugenehmigung- verkauft. Dieses Unternehmen möchte ab Mitte 2019 die Häuser zu errichten, um sie dann mit Gewinn zu veräußern.

3. Schritt
Dies ist bereits geschehen. Wie man angefügter Pressemitteilung entnehmen kann, hat die „Magna Asset Management“ die Häuser -vorbehaltlich der Fertigstellung- übernommen, um sie dann im Rahmen eines Fonds ab 2021 als Eigentumswohnungen mit Gewinn zu vermarkten.
https://www.rohmert-medien.de/…

Ergänzung zu Schritt 1
Theorie: Um einen Teil des Gewinnes abzuschöpfen und den Bezirk zu entlasten, wurde der Investor im „Städtebaulichen Vertrag vom 24.07.2018“ verpflichtet, Kita- und Grundschulplätze sowie die Erschließungskosten etc. zu bezahlen. Die erscheint zunächst als äußerst charmante Idee, erweist sich in der Realität als höchst diskussionswürdig.
Praxis: Diese Kosten werden einfach an die Käufer der Eigentumswohnungen weitergereicht, so dass letztendlich die „Neubürger“ die -eigentlich- öffentlichen Aufgaben mitfinanzieren (müssen).