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Afghanistan-Unbesiegter Verlierer

Natalie Amiri, geboren am 11. Juli 1978 in München, ist eine iranisch-deutsche Journalistin und Fernsehmoderatorin.

Vor einem Jahr, am 15. August 2021, besetzten die Taliban erneut die Hauptstadt Afghanistans. Amerika und Deutschland zogen sich hektisch zurück und hinterließen einen Scherbenhaufen des Landes, das sie eigentlich demokratisieren und aufbauen wollten. Die einheimischen, für die Demokratisierung engagierten Bewohner und Mitstreiter blieben ohne Schutz ausgeliefert zurück. Auf allen Seiten blickten die Menschen mit Entsetzen und Fassungslosigkeit auf das chaotische Geschehen vor allem in Kabul und den dortigen Flughafen. Bis heute sind sehr viele der Hilfskräfte nicht aus der lebensbedrohlichen Situation befreit, viele wurden bereits ermordet.

„……es brauchte 20 Jahre, Billionen von Dollar und vier US-Präsidenten, um die Taliban durch die Taliban zu ersetzen“.

Natalie Amiri, die neben Deutsch Englisch, Französisch, Persisch und Arabisch spricht, begab sich unter Lebensgefahr in das Krisengebiet Afghanistan und berichtet von der verzweifelten Lage und den Bemühungen, diese Menschen aus dem Land zu holen und humanitär wirksam werden zu können. Detailliert und empathisch schreibt sie von den Ängsten der Menschen und den Hintergründen, die zu erneuter Gewalt und flüchtenden Menschen führten. Sie macht die politischen Verhältnisse und Konflikte des geschundenen Landes deutlich ebenso die absolute Bankrotterklärung der verantwortlichen westlichen Welt unter der Führung Amerikas. Es sollte der für den 11. September 2001 Hauptverantwortliche Bin Laden gefasst werden, das Land sollte demokratisch umgestaltet werden. Aber außer einer Unsumme Geld gab es keine wirkliche Unterstützung.

Natalie Amiris packender Bericht liest sich wie ein lebensnaher Krimi und ist Pflichtlektüre für alle, die die Katastrophe Afghanistans und ihre Folgen verstehen wollen.

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