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Lug und Trug macht Schule

Einmal mehr versagt der Bezirk, zeitgerecht ausreichend Schulraum zur Verfügung zu stellen. Erneut vermischen sich vollmundigen Absichtserklärungen mit Falschinformationen.

Im Herbst 2019 wurde die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) massiv unter Druck gesetzt, der vorgezogenen Baugenehmigung (Planreife) für das Projekt „Parkstadt“ zuzustimmen. Nur so könne das Schulgrundstück noch bis Ende des Jahres 2019 an das Land Berlin übertragen werden. Anderenfalls würde es seinen Rangplatz auf der Liste der Schulbauoffensive verlieren. Mit diesem zugkräftigen Argument wurde der Planreife zugestimmt und alle, die grundsätzliche Bedenken gegen dieses Projekt äußerten, als „Schulbauverweigerer“ diffamiert.

Dann geschah erst einmal überhaupt nichts und auf Nachfragen war von Verzögerungen die Rede. Währenddessen drehten sich munter die Baukräne. Erst im Herbst 2020 erfolgte schließlich die Übertragung des Grundstücks und es war von einem baldigen Baubeginn die Rede.

Anfang Dezember 2020 informiert das Bezirksamt in der Drucksache DS 1954:

„Die Fertigstellung des Schulgebäudes am Blockdammweg wird nicht wie geplant zum Schuljahr 2021/22 erfolgen. Ein konkreter Nutzungsbeginn des Schulgebäudes kann zum heutigen Zeitpunkt nicht benannt werden, ist jedoch zum Schuljahr 2023/24 avisiert.

Aus diesem Grund werden die Schüler*innen der neu gegründeten Grundschule bis zur Übergabe des Schulgebäudes an einem anderen Ort beschult. Geplant hierfür ist aufgrund nicht vorhandener frei verfügbarer Flächen in Karlshorst die Errichtung von Unterrichtsräumen in Schnellbauweise in der Sewanstraße gegenüber der 11G35.

Die Einrichtung eines Shuttle-Busses ist geplant.“

Der zuständige Bezirksstadtrat konnte die Frage nach dem Grund der Verzögerung nicht beantworten.

2 Gedanken zu „Lug und Trug macht Schule“

  1. Die ersten Wohnungen in der Parkstadt sind bereits bezogen und das Vermietungsbüro scheint gut ausgelastet zu sein. Bonava macht dreist Werbung mit der leider nicht mehr öffentlichen Schule in der Ehrlichstraße und hat eine Schulruine mit Stoff verhüllt, damit den Interessenten nicht auffällt, wie sie mit billigem Marketing veralbert werden. Und die Berliner Verwaltung döst weiter vor sich hin.
    Die Fertigstellung der Schule wurde inzwischen auf 2025 verschoben: https://www.berlin.de/sen/finanzen/haushalt/schulbauoffensive/schulbau-karte/artikel.695695.php Lieber kutschiert man Grundschüler quer durch Lichtenberg zu Containern an wechselnden Standorten, nach dem man auf dem Papier eine Schule „am Blockdammweg“ gegründet hat. Spätestens wenn die Parkstadt komplett bezogen ist und vielleicht noch die überfällige Sanierung der Gleise in der Ehrlichstraße kommt, wird dieses Vorgehen nicht mehr umsetzbar sein.

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  2. Na, Hauptsache die Trabrennbahn wird hübsch und wir haben neben dem shuttle zur Schule noch Zeit dort etwas zu konsumieren. Schule und Bildung kommt danach.

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